Autor & Bücher

Manfred Kühl als Autor an seinem Schreibtisch mit einem aufgeschlagenen Notizbuch.

Der Autor Manfred Kühl

Manche Geschichten beginnen lange bevor sie aufgeschrieben werden. Sie entstehen in Begegnungen, in Erinnerungen, in Gesprächen und manchmal auch in den stillen Momenten, in denen man plötzlich etwas versteht, worüber man vorher vielleicht nie nachgedacht hat.

Menschen haben mich schon immer interessiert. Dabei meine ich nicht unbedingt das, was jemand beruflich macht, welche Ausbildung er hat oder welche Erfolge er vorweisen kann. Natürlich gehört all das zu einem Menschen. Aber es erzählt eben längst nicht seine ganze Geschichte. Mich interessiert vielmehr, wer da eigentlich vor mir sitzt. Was dieser Mensch erlebt hat, was ihn beschäftigt, was ihn geprägt hat und warum er bestimmte Entscheidungen getroffen hat.

Ich glaube, dass wir viel zu häufig auf das schauen, was ein Mensch nach außen darstellt, und dabei übersehen, was sich dahinter verbirgt. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit. Und nicht alles davon ist auf den ersten Blick erkennbar. Manches zeigt sich erst, wenn man genauer hinsieht, wirklich zuhört und bereit ist, einen Menschen so wahrzunehmen, wie er ist.

Das hat sicherlich auch mit meinem eigenen Lebensweg zu tun. Ich habe im Laufe meines Lebens ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht, Menschen kennengelernt, Veränderungen erlebt und Entscheidungen treffen müssen. Nicht alles war einfach, und manches hat sich erst im Nachhinein erschlossen. Aber gerade diese Erfahrungen haben meinen Blick auf das Leben und auf andere Menschen geprägt.

Ich verlasse mich dabei durchaus auf meine Intuition. Das ist für mich nichts Geheimnisvolles und auch kein spontanes Handeln aus einer Laune heraus. Es ist eine Wahrnehmung, die sich über viele Jahre entwickelt hat. Manchmal spüre ich in einem Gespräch, dass hinter dem Gesagten noch etwas anderes liegt. Dann gehe ich dem nach, ohne daraus gleich eine Wahrheit machen zu wollen. Schließlich kann mein Gegenüber die Dinge ganz anders empfinden. Und das darf auch so sein.

Vielleicht ist es genau diese Haltung, die mich irgendwann auch zum Schreiben gebracht hat. Wobei ich gar nicht sagen könnte, dass es diesen einen Moment gegeben hätte, an dem ich beschlossen habe, Autor zu werden. Geschichten, Gedanken und Beobachtungen waren eigentlich schon lange da. Irgendwann entstand daraus der Wunsch, ihnen einen eigenen Raum zu geben.

Beim Schreiben interessieren mich vor allem die Menschen. Ihre Hoffnungen, ihre Erinnerungen, ihre Widersprüche und manchmal auch die Dinge, über die sie nicht sprechen. Ich möchte verstehen, weshalb jemand handelt, wie er handelt, was eine Erfahrung in ihm auslöst und wie sich ein Leben dadurch verändern kann.

Dabei geht es mir nicht darum, Menschen zu beurteilen oder ihnen eine bestimmte Sichtweise vorzugeben. Ich finde es wesentlich interessanter, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Denn wir alle betrachten das Leben aus unseren eigenen Erfahrungen heraus. Was für den einen selbstverständlich erscheint, kann für einen anderen eine vollkommen andere Bedeutung haben.

So sind auch meine Bücher entstanden. Sie beschäftigen sich mit Menschen und ihren Lebenswegen, mit persönlichen Veränderungen, inneren Bildern, Erinnerungen und der Frage, was eigentlich hinter dem liegt, was wir unmittelbar sehen oder zu wissen glauben.

Ich möchte mit meinen Büchern keine fertigen Antworten liefern. Das würde auch gar nicht zu meiner Art passen. Vielmehr freue ich mich, wenn jemand beim Lesen innehält, über etwas nachdenkt, vielleicht eine eigene Erinnerung entdeckt oder einen Gedanken mitnimmt, der ihn noch eine Weile begleitet.

Und natürlich darf jeder Leser meine Bücher anders verstehen, als ich sie beim Schreiben empfunden habe. Gerade das finde ich spannend. Denn in dem Augenblick, in dem jemand ein Buch liest, begegnet meine Geschichte seiner eigenen Lebenserfahrung. Daraus kann etwas entstehen, das ich als Autor weder planen noch vorgeben kann.

Am Ende geht es mir um den Menschen. Um das, was ihn bewegt, um seine Möglichkeiten, seine Grenzen und seine ganz persönliche Geschichte. Vielleicht lässt sich damit auch am besten erklären, weshalb ich schreibe.


Ein Hinweis zu meinen Büchern: Sie verstehen sich als Impulse zur persönlichen Reflexion und Auseinandersetzung. Sie stellen keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar und geben keine Heilversprechen ab. Bei gesundheitlichen oder psychischen Beschwerden ersetzen sie nicht die individuelle Beratung oder Behandlung durch entsprechend qualifizierte Fachpersonen.

Meine Veröffentlichungen

Ich bin noch nicht fertig

Manchmal führt uns das Leben an einen Punkt, an dem wir innehalten und unseren bisherigen Weg hinterfragen. Dieses Buch lädt dazu ein, die eigene Geschichte mit anderen Augen zu betrachten, neue Möglichkeiten zu entdecken und den Mut zur Veränderung zu finden.

Wenn die Seele in Bildern spricht

Unsere inneren Bilder erzählen Geschichten, für die wir nicht immer Worte finden. Dieses Buch lädt Sie ein, Ihren Gefühlen und Gedanken auf eine besondere Weise zu begegnen und neue Perspektiven auf das eigene Erleben zu entdecken.

Wenn die Namen schweigen

Was bleibt von einem Menschen, wenn wir hinter seine Geschichte und die Rollen seines Lebens blicken? Begleiten Sie Martin Seidel auf einem Weg voller Erinnerungen, Begegnungen und überraschender Erkenntnisse. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, ohne fertige Antworten zu geben.